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  • "Es geht um"
  • Wenn man in Sielenbach über die Schwoa hinausgeht, kommt man nach einer halben Stunde nach Schönberg. Dort ist es schon immer "umgegangen". Den Bauersleuten hat es nachts immer die Bettdecke davongezogen und im Schrank haben die Gläser geklirrt, manchmal sind sie auch zersprungen oder herausgefallen. Im Stall schrie das Vieh, obwohl die Knechte nie etwas sahen, wenn sie nachgeschaut haben. Die Leute wussten sich keinen Rat. Niemand konnte ihnen helfen. Das ging lange Zeit so und es war erst Ruhe ab der Zeit, als die Bischöfe das Umgehen ganz allgemein gebannt haben. Darum geht es auch heute nirgendwo mehr um. Aber das kommt wieder, weil die Bischöfe das nur für eine bestimmte Zeit gebannt haben.
    Als früher der Bote von Sielenbach an Allerseelen mit seinem Wagen nach Augsburg fuhr, setzte sich bei der Sandgrube bei Wilpersberg immer ein Mann ohne Kopf hinten auf den Wagen und blieb sitzen bis Gollshof.
    Einmal ging vom Weiher ein alter Mann herauf. Plötzlich stand neben ihm ein Reiter. "Wohin denn?" fragte der Alte. "Ja mit dir!" erwiderte das Gespenst. Da ritt es mit ihm bis ans Kreuz. Da verschwand der Reiter plötzlich. Als der alte Mann heimkam, konnte er kein Wort mehr reden. Erst am nächsten Tag kam ihm wieder die Sprache.
    Auch einem anderen Sielenbacher begegnete, als er nachts um zwölf Uhr von Aichach heimfuhr, beim Holzberg ein Mann, der auf einem Schimmel saß. Er ritt ihm durch den ganzen Wald nach. Eine Frau ging einmal während der Nacht zwischen elf und zwölf Uhr von Wollomoos herüber. Als sie an den drei Birken vorbeiging, sah sie auf einmal einen Reiter ohne Kopf. Sie sagte gar nichts und ging weiter. Aber der Reiter ritt mit bis ins Dorf hinein.
    Von Haslach herein ging einmal ein Mann ohne Kopf einer Frau fast bis ins Dorf nach.
    Ein Großvater fuhr einmal in der Nacht in die Stadt. Als er durchs Gollenhofer Holz kam, war auf seinem Pferd ein Licht. Er legte immer einen Pfennig darauf, der dann immer verschwand. Da fragte er den Beichtvater. Der sagte ihm, er solle zu dem Licht sagen: "Vergelts Gott, dass du mirs angezündet hast". Als er wieder einmal durch den Wald fuhr, war das Licht wieder auf dem Pferd. "Vergelts Gott fürs Anzünden!" rief der Großvater. Das Licht aber erwiderte: "Vergelts Gott, dass du mich erlöst hast!" Seitdem konnte er mit Ruhe fahren.
    In der Obermühle war einmal ein alter Knecht. Dieser musste einmal in der Allerseelenzeit in der Nacht nach Raderstetten. Als er so dahinging, war auf einmal ganz dicht vor ihm ein Licht und das ließ ihn nicht vorbei. Nun wollte er drüber. Aber jetzt standen drei Lichter aufeinander, sodass er unmöglich drüber konnte. Nun wollte er auf einem anderen Weg hinausgehen, aber immer wieder standen die Lichter vor ihm. Da kehrte er schließlich um und ging nach Hause.
    Alle Jahre zur Armenseelenzeit sieht man in der Richtung auf Schönberg zu einen Galgen, an dem ein Mensch hängt. Eine halbe Stunde lang wandert der Galgen mit dem Toten immer hin und her.
    Einem Bauern, der beileibe nicht an Geister glaubte und auch nichts von ihnen hielt, passierte im Winter 1932 folgende Geschichte: Er hörte in seiner Schlafkammer ständig ein Gehen, das sich so anhörte, als ob eine ältere Frau im Zimmer wäre. Dann hörte es sich wieder an, als ob es von einer tastenden oder mit dem Fuße leicht anstoßenden Person käme. Der Bauer, der wach war, horchte längere Zeit zu, weil er glaubte, sich zu täuschen. Nachdem er sich aber überzeugt hatte, dass er vollkommen wach war, und das Gehen aber trotzdem nicht aufhörte, glaubte er an einen Einbrecher. Das Licht aufdrehen und aus dem Bett springen war das Werk eines Augenblicks. Da war aber die Kammer vollkommen leer und auch nicht die geringste Spur eines Einbruchs fand sich vor. Auch die Frau hatte das Gehen gehört. Sie glaubte aber, ihr Mann wäre es. Ebers wollte sie rufen: "Mann, was machst du denn im Finstern?", da sah sie, wie er aus dem Bett sprang und Licht machte. In der gleichen Woche stürzte ein Blumenstock ohne äußeren Grund mit solchem Getöse zu Boden, dass die Hauseinwohner glaubten, was Wunder wohl geschehen wäre. Es konnte keine Katze sein, weil solche nicht im Hause waren..
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  • Sielenbach
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  • Sielenbach




Kategorie
Geschichten, Sagen und Legenden



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Verfasser bzw. Erfasser
Bezug
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